Der Orgelbau

Orgelbau

Noch im Winter 1992/93 beschaffte der Orgelbaumeister Christoph Enzenhofer das für den Orgelbau notwendige Eichenholz, um es fachgerecht zuzuschneiden und zu trocknen. Im Frühjahr 1993 brachte er das Modell der Orgel, das kurz vor der Orgelweihe auf bis heute ungeklärte Weise verschwand. Dieses Modell stand während der ganzen Bauzeit in der Raiffeisenkasse in Fritzens und sollte die Kunden zu Spenden anregen. 

Anlässlich einer Messe, die der Kirchenchor in der Hofkirche in Innsbruck sang, kam Chorleiter Manfred Thaler mit der dortigen Organistin, Fr. Benesch auf die neue Kirchenorgel in Fritzens zu sprechen. Als diese hörte, dass die Orgel nur einmanualig sei, sprach sie von einem „Wahnsinn“, dass die diözesane Orgelkommission eine einmanualige Orgel empfehle und dies aus mehreren Gründen. Einmal sei ein Orgelstudium auf einer einmanualigen Orgel nicht möglich, zum anderen fänden sich nur wenige Organisten bereit, auf einer solchen Orgel zu spielen und überhaupt sei dies nur eine halbe Lösung. Als Geschäftsführer Manfred Thaler dies und, dass Herr Enzenhofer bereit sei um 2,8 Mio. Schilling eine zweimanualige Orgel zu bauen, dem Orgelkomitee mitteilte, wurde auf die Aussage von Ehrenpräsidenten Herrn Gernot Langes- Swarovski hin, dass sich das Orgelkomitee um die Finanzierung keine Sorgen machen, sondern eine optimale Lösung anstreben soll, der Bau der zweimanualigen Orgel beschlossen.  

Um sich ein Bild vom Stand der Dinge machen zu können, besuchte das Orgelbaukomitee am 18. März 1994 die Werkstätte von Orgelbaumeister Christoph Enzenhofer in Bludesch, Vorarlberg, wo eine speziell für die diözesane Orgelkommission in Innsbruck angefertigte Orgel ihrer Vollendung entgegenging. Alle waren zu tiefst beeindruckt vom fachlichen Können und der Präzision Enzenhofers. Er erklärte an Hand von Plänen die Auslegung und den Aufbau der Orgel und führte durch Werkstätte und Holzlager, das der Verarbeitung zur Fritzner Kirchenorgel harrte. Nachdem die Orgel für Innsbruck fertiggestellt sein werde, wolle Enzenhofer ausschließlich an der Fritzner Orgel arbeiten, deren Fertigstellung im Herbst 1995 zu erwarten sei. 

Manfred Thaler konnte bereits im Herbst berichten, dass der Orgelbau gut voranschreite und Enzenhofer für den 9. Dezember zu einer Besichtigung eingeladen habe. Er wolle in seiner Werkstatt ein kleines Orgelkonzert auf der nun fertiggestellten Innsbrucker Orgel geben, damit die Mitglieder des Orgelkomitees und weitere Interessierte einen kleinen Eindruck vom Klang der neuen Orgel, die der Innsbrucker ähnlich sein wird, erhalten. 

Leider konnten nicht, wie vorgesehen, anlässlich des Besuches in Bludesch die Unterschriften der Mitglieder des Orgelkomitees in die Windläden gesetzt werden. Darum wurde dies mittels einer Widmungsschrift, die in einem Windladen hinterlegt wurde, nachgeholt.

Während des Sommers 1995 schritt der Orgelbau so gut voran, dass die Orgel am 1. September angeliefert werden konnte. Nun begann der sechswöchige Einbau in der Kirche. Die Intonation und Stimmung konnte wegen der kalten Jahreszeit allerdings erst im Frühjahr 1996 erfolgen. Aufgrund verschiedener Schwierigkeiten konnte der vorgesehene Einweihungstermin (19. Mai) nicht eingehalten werden. 

Mit dem Bau der zweimanualigen Orgel, die größer als die einmanualige wurde, wurde eine Erweiterung der Empore um 70 cm notwendig. Nach längerer Debatte entschloss man sich, nicht nur eine Erweiterung in der Mitte der Brüstung einzubauen, sondern die ganze Empore zu verbreitern. Die Baumeisterarbeiten führte die Fa. Zimmermann in der letzten Augustwoche aus. 

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01.04.2024